Briefmarke der Woche: Der Sohn Gottes

Gott Ganesha auf thailĂ€ndischer BriefmarkeUnsere heutige Briefmarke der Woche aus Thailand erscheint zwar erst am 01. Dezember, lenkt uns aber doch vom auch philatelistisch unvermeidbaren Weihnachtstrubel ein wenig ab. Weihnachten rĂŒckt ja auch den Sohn des biblischen Gottes in den Fokus. Doch es gibt so viele Götter, mit noch mehr Söhnen


Da gĂ€b es also Ganesha, der im Hinduismus verehrte elefantenköpfige „Gott der Weisheit“ , „Herrscher und Zerstörer der Hindernisse“, „Gebieter der Scharen“ und „Der Wohltaten spendende“ ist auch außerhalb des Dunstkreises dieser großen Weltreligion mit ihren zahlreichen Göttern, nicht zuletzt wegen seines skurrilen Äußeren, bekannt. Der drollig und freundlich dreinschauende Gesell mit Elefantenkopf ist der zweite Sohn von Shiva, neben den Göttern Vishnu und Brahma die wichtigste Manifestation des Höchsten, und dessen Ehefrau Parvati.

Wie Ganesha zu seinem Elefantenkopf gekommen ist, wird in mehreren Legenden erzĂ€hlt. Die bekannteste davon beginnt mit einer Meditationsreise seines Vaters Shiva. Viele Jahre lang war Shiva schon auf dem Berg Kailash, dem heiligen Berg in Tibet, in tiefer Meditation versunken. Seine wunderschöne Frau Parvati hatte er zu Hause zurĂŒckgelassen und sie wurde von vielen Verehrern bedrĂ€ngt. Entnervt von den stĂ€ndigen AnnĂ€herungsversuchen rieb sich die Gott-VermĂ€hlte mit Lehm am ganzen Körper ein und formte aus den Lehmklumpen und ihrem Blut einen menschlichen Buben. Diesen ĂŒbergoss sie mit dem Wasser des Ganges und flĂ¶ĂŸte so der Figur Leben ein: Ganesha war geboren!

Ihr rothĂ€utiger Sohn sollte sie beim Baden vor den BedrĂ€ngern beschĂŒtzen und war fortan als ihre Wache eingesetzt. Eines Tages fiel Shiva, dem Höchsten, ein, dass er ja eine Frau zu Hause hatte, die auf ihn wartete und so begab er sich auf den Weg zurĂŒck. Als er dort ankam stand der rothĂ€utige Ganesha vor der TĂŒr und gewĂ€hrte Shiva keinen Einlass. Außer sich vor Zorn ĂŒber die Respektlosigkeit des roten Jungen schlug Shiva diesem den Kopf mit einem Schlag seiner Hand ab.

Parvati, die ihren Jungen sehr lieb gewonnen hatte, war ob dieser UnĂŒberlegtheit ihres göttlichen Gatten ĂŒberhaupt nicht begeistert und entsprechend sehr verstimmt. Reuig ĂŒber seine Tat versprach Shiva seiner Frau, dass er den Knaben wieder zum Leben erwecken wolle. Er befahl seinen Dienern also, dass sie ihm den Kopf eines Lebewesens zu bringen haben, welches seinen Schlaf nach Norden richtet. Dieses Lebewesen war ein Elefant, und dessen Kopf setzte Shiva auf Ganeshas Rumpf, um ihn ins Leben zurĂŒckzubringen. Somit wurde der von Parvati zunĂ€chst allein geschaffene Ganesha auch zum Sohn Shivas.

Ganesha ist im Hinduismus der zugĂ€nglichste Gott fĂŒr die Menschen. Dies liegt darin begrĂŒndet, dass er selbst auch sehr menschliche ZĂŒge hat: Gilt er doch als ein sehr verspielter, humorvoller, schelmischer Gott, der eine SchwĂ€che fĂŒr SĂŒĂŸigkeiten hat und dazu noch ein freundliches und einnehmendes Wesen besitzt. Zusammen mit seinen Eltern Shiva und Parvati verklörpert er das Idealbild einer Hindu-Familie. Seine PopularitĂ€t reicht weit ĂŒber den Hinduismus hinaus, so wird er, bzw. das, was er verkörpert, auch im tibetischen Buddhismus verehrt.


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Authored by: Boris M. Hillmann

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